lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

10 Jahre www.wernernolte.de

 

Costa Blanca. Ein sonniger Tag im Jahre 2002, mein Geburtstag. Alles könnte so schön sein, doch meine Frau besteht auf einem Besuch im Internet-Café.

„Vielleicht sind Mails da, Glückwünsche.“

Widerwillig lasse ich mich in den verräucherten vom Krach der Ballerspiele erfüllten Raum schleppen.

Ich setze mich an einen frei werdenden Computer und nach einiger Zeit erscheint: www.wernernolte.de. Ich kann es nicht fassen, weiß nicht, ob ich mich freuen oder ärgern soll, zumal da jemand Lippe-Schaumburg mit Lippe-Detmold verwechselt. (Ich hab Dir längst verziehen, Herbert) Hat doch meine Frau…

Es war die Zeit in der fast jeder, ob sie/er etwas zu sagen hatte oder nicht, sich selbst eine Seite fürs Netz bastelte. Ich hatte wenig Interesse, habs gar nicht erst versucht. Doch meiner Frau gefiel die Idee, sprach auf einer Party einen guten Bekannten an, der professionell Seiten schuf.

„Kannst du nicht auch mal für den Werner…“

Nun hatten wir den Salat. Ich fürchte, ich zeigte wenig Dankbarkeit und klärte erst mal auf über die (damaligen) Stundensätze von Webdesignern. - „Oh Gott!!“

Liebe Leser/Besucher,

das war der Anfang. Ich hatte mich schon seit mehr als 5 Jahren mit Geschichte und Architektur des Mittelalters befasst und begann nun mit der Arbeit.

10 Jahre vergangen, die Seite hat dank Konstantin ein neues, schönes Design, Herbert hat auf Joomla umgestellt, ich habe immer noch viel Freude an meinem Tun, wie hoffentlich die Menschen, die rund 50.000 mal im Jahr die Seite besuchen.

Vor allem Dir, Konstantin, aber auch Inge und Herbert – DANKE!

 




Deutsche Stiftung Denkmalschutz

 Kürzlich lag wieder eines der gut aufgemachten Hefte (Monumente) im Briefkasten.

 

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schickt 160.000 Exemplare seit mehr als 20 Jahren 6 mal jährlich an Spender. Die Schrift kann auch für Euro 36.00 p.a. abonniert werden.

 

Ein Probeheft ist kostenlos.

 

www.monumente-online.de

 

Die Stiftung, 1985 gegründet, hat als Vorbild den englischen National Trust. Beide bemühen sich mit Erfolg, denkmalgeschützte Bauten, aber auch Gärten, vor dem Verfall zu retten. Jüngere Bauten werden ebenso gefördert wie mittelalterliche.

 

Leider ist der Gründer und unermüdliche Motor, Prof. Gottfried Kiesow, vor kurzen verstorben.

 

Einer der bemerkenswertesten Schritte war für mich die Gründung der sogenannten Jugendbauhütten.  In verschiedenen Städten arbeiten junge Menschen unter fachlicher Anleitung im Rahmen des freiwilligen Jahres zur Denkmalpflege an der Restaurierung alter Bauten und Kunstwerke mit.

 

www.denkmalschutz.de/jugendbauhütte.html

 

Wer etwas für schützenswerte Monumente tun will - hier ist sein Geld gut aufgehoben.

 




Die Apokalyptischen Reiter

 

 

Was verbindet die "Baustilkunde", ein Werk zur europäischen Baukunst, mit dem "Sturz der apokalyptischen Reiter", einer ausdrucksstarken modernen Skulptur vor dem Landesmuseum in Detmold?

 

Beider Schöpfer ist Dr. Wilfried Koch, Kunsthistoriker, Bildhauer, Maler, Musiker, Schriftsteller und anderes mehr.

Die Taschenbuchausgabe "Baustilkunde" - "Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart" in 2 Bänden begleitet mich seit fast 20 Jahren bei meinen Versuchen, mich in mittelalterlicher Baukunst zurechtzufinden. Arg mitgenommen liegt der erste Band "Sakralbau" auf meinem Schreibtisch.

Die Skulptur besuche ich immer, wenn ich in Detmold bin. Jetzt erfahre ich rein zufällig vom Zusammenhang und bewundere die Vielseitigkeit des Autors und Künstlers. www.lippisches-landesmuseum.de/
Koch, Wilfried: Baustilkunde, Sakralbau, Gütersloh, Bertelsmann Lexikon-Verlag, 1993
 

 




Nie erobert - Die Falkenburg

 

 

Etwa 500 Jahre träumten ihre Ruinen am Nordrand des Teutoburger Waldes, in der Nähe von Berlebeck. Viel war nicht übrig geblieben von einer der mächtigsten Höhenburgen Westfalens. Der Wald drohte Restmauern und Bauten völlig  zu überwachsen.

 

Erbaut um 1194 von Bernhard II. und seinem Sohn Hermann II. zur Lippe erhob sich die Burg zwischen den Besitzungen des Bistums Paderborn im Süden und lippischem Besitz im Norden.

 

Mit Ringmauer, 4 Toren, Zwinger und Zugbrücken gesichert, konnte sie nie eingenommen werden. Ein Brand während eines Festgelages des Edelherrn Bernhard VII. „Bellicosus“ aus Anlaß eines erfolgreichen Raubzuges ins Münsterland zerstörte sie Mitte des 15. Jh. weitgehend.

 

Einige Jahrzehnte war sie noch bewohnt, dann wurde sie ganz aufgegeben.

 

Erst 2004 begann eine Gruppe geschichtsbewußter und tatkräftiger Lipper mit Ausgrabungen und teilweisem Wiederaufbau. Auch der Laie kann sich heute - nur im Rahmen von Führungen - ein gutes Bild von einer der wichtigsten hochmittelalterlichen Burgen im Raum Westfalen machen.

 

Das Lippische Landesmuseum, Detmold zeigt im Rahmen der Ausstellung

 

„Die Falkenburg – Ursprung Lippes“

 

bis Ende 2013 Fundstücke von den Ausgrabungen.

 

www.falkenburg-lippe.de/fb/Startseite.html

 www.lippisches-landesmuseum.de/pages_neu/start.php

 

 

06. November 2019
Die Arbeiten sind inzwischen beendet, mehr dazu hier
Die Falkenburg II

 




Empires and Barbarians

Ich habe gerade dieses 732-Seiten-Werk zugeklappt, ein Brocken, selbst für Geschichtsinteressierte.

Aber, es lohnt sich. Der Engländer Peter Heather, Professor für mittelalterliche Geschichte, legt eine Studie über die ersten 1000 Jahre europäischer Geschichte ab Christi Geburt vor. Gestützt auch auf die Forschungsergebnisse der Archäologie, bietet er ein zum Teil neues Bild dieser Epoche.

Das Wort „Völkerwanderung“ ist bei heutigen Forschern wie ihm verpönt. Aber der Autor beschreibt im Detail Migrationen der Zeit, analysiert, differenziert. Er zeigt, wie Migration schon damals aus dem Gefälle von Wohlstand und Entwicklung entstand und wie aus den Wirren nach dem Zerfall des römischen Reiches Europa geboren wird.

Ich fand besonders interessant die Kapitel über die Herkunft der Slawen und die Entstehung des russischen Reiches.

Heather schreibt flüssig, mit unverkennbarem britischen Humor. Kartenwerk, Fußnotenverzeichnis und Index fehlen nicht. Sehr empfehlenswert!

Das Buch liegt in deutscher Übersetzung vor: „Invasion der Barbaren"  




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