lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
  • Aktuelle Seite:  
  • Home
  • Blog

Werners Blog

Evangelistensymbole

Schon in der Antike entstanden die geflügelten Symbole, die der Darstellung der vier Evangelisten in allen Gattungen der bildenden Kunst dienen.

 

So wird Matthäus von einem Menschen versinnbildlicht

Ein Adler symbolisiert Johannes

Ein Löwe steht für Markus

Ein Stier stellt Lukas dar

 

Jouarre 5521.800

Merowingischer Sarkophag in den Krypten von Jouarre, um 700

 

Interessant ist ein Vergleich zwischen der Darstellung auf dem Sarkophag in Jouarre und der Arbeit im Tympanon von Chartres.

 

Die ältere Skulptur strahlt, situationsbedingt, Ruhe aus bis hin zum offensichtlich schlafenden Matthäus-Symbol.

 

Chartres 0307.800

Kathedrale von Chartres, Königsportal, mittleres Tympanon, Mitte 12, Jh.

 

Das mehr als 400 Jahre jüngere Werk in Chartres hingegen ist, jedenfalls bei Löwe und Stier, voller aufregender Dynamik.

Die Bildhauer des Mittelalters stellten Jesus, oft in der Mandorla, in die Mitte der Evangelisten-Symbole, die, von Matthäus ausgehend im Uhrzeigersinn angeordnet sind.

 San Marco039.12.19. 800

San Marco, Venedig - Westfassade, Porta Sant'Alipio

Selten stehen sie nebeneinander aufgereiht wie in Venedig.




Weihnachtsgrüße

B. Tür Anbetung modAP 1 0645

 „Anbetung“ – Bernwardtür am Hildesheimer Dom (um 1015)

 

Liebe Besucher,

ich bedanke mich für Ihr Interesse an diesen Seiten und wünsche ein frohes Fest und für das kommende Jahr viel Glück.

Ihr Werner Nolte




Die Flucht nach Ägypten

ist eine der vielen Erzählungen der Bibel, die mittelalterliche Meister zu ihren Werken anregten.
 
Diese Flucht vor Not und Gefahr hat heute Parallelen, wenn auch Europa an die Stelle von Ägypten getreten ist. Esel als Transportmittel dürften allerdings weniger genutzt werden.

 

weg compostella.scan 028.800

Schilderungen finden sich in allen möglichen Kunstarten, am häufigsten wohl in Steinmetzarbeiten, so an diesem schönen Kapitell, das ich auf dem Weg nach Santiago de Compostella entdeckte.

 

Autun Flight into Egypt.800

Und dies ist eines der Werke des berühmten Gislebertus, ausgestellt in der Kathedrale von Autun in Burgund.

 

Holztür2321modAP800

Auch Holzschnitzer nahmen sich des Themas an, wie hier in rührender Schlichtheit an der Tür aus dem 11. Jh. in der Kölner Kirche Maria im Kapitol.

Tür aus dem 11. Jh. in der Kölner Kirche Maria im Kapitol.

 




Mörtellose Gotenbauten

In der Antike und in primitiveren Kulturen wurde oft ohne Mörtel gebaut. Prominentes Beispiel sind die ägyptischen Pyramiden.

 Die Inka wuchteten tonnenschwere Steinblöcke ohne Mörtel aufeinander.
Noch im 17. Jh. wurden die Trulli in Apulien in dieser Technik errichtet.

Das Grabmal des Ostgotenkönigs Theoderich in Ravenna (um 520) ist mörtellos gebaut, aber auch – und das ist auffällig – die meisten der kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien, fast alle aus dem 7. Jh.

 

imm 010.modAPjpg

 
https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/spaetantik/grabmal-theoderichs-des-grossen

 

imm 024

 

Ost- und Westgoten bedienten sich der gleichen Technik, obwohl sich die Brüdervölker am Ende des 3. Jh. getrennt hatten.

 https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/vorkarolingisch/santa-maria-quintanilla-de-las-vinas-burgos

Die Frage ist, ob es zwischen den Ostgoten in Italien und den Westgoten auf der iberischen Halbinsel noch enge Verbindungen gab. Immerhin war Theoderich der Große für einige Jahre König auch der Westgoten. Seine Tochter heiratete einen westgotischen Adligen.

Könnte also ein Beispiel mörtellosen Bauens aus dem 6. Jh. (Grabmal Theoderich) Vorbild für die kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien sein, die mehr als 100 Jahre später errichtet wurden?

Man kann es nicht ausschließen.




Die Falkenburg II

Ich veröffentlichte vor sieben Jahren hier einen Bericht über die Restaurierung dieser Burgruine im Teutoburgerwald bei Detmold.

Jetzt sind die Arbeiten wohl abgeschlossen. Die sanierte Ruine zeigt deutlich viele Details der imposanten Anlage.

Das Foto erinnert mich an Ausflüge in den Teutoburgerwald und daran, wie ich als Kind über die Steine inmitten der Buchen gestolpert bin.

Dies ist eine großartige Leistung aller Beteiligten, die mich als Lipper ungemein erfreut und zu der ich herzlich gratuliere.

Detmold 2016 04 16 Falkenburg 047

Von Tsungam - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48233087

Etwa 500 Jahre träumten ihre Ruinen am Nordrand des Teutoburger Waldes, in der Nähe von Berlebeck. Viel war nicht übrig geblieben von einer der mächtigsten Höhenburgen Westfalens. Der Wald drohte Restmauern und Bauten völlig  zu überwachsen.

Erbaut um 1194 von Bernhard II. und seinem Sohn Hermann II. zur Lippe erhob sich die Burg zwischen den Besitzungen des Bistums Paderborn im Süden und lippischem Besitz im Norden.

Mit Ringmauer, 4 Toren, Zwinger und Zugbrücken gesichert, konnte sie nie eingenommen werden. Ein Brand während eines Festgelages des Edelherrn Bernhard VII. „Bellicosus“ aus Anlaß eines erfolgreichen Raubzuges ins Münsterland zerstörte sie Mitte des 15. Jh. weitgehend.

Einige Jahrzehnte war sie noch bewohnt, dann wurde sie ganz aufgegeben.

Erst 2004 begann eine Gruppe geschichtsbewußter und tatkräftiger Lipper mit Ausgrabungen und teilweisem Wiederaufbau. Auch der Laie kann sich heute - nur im Rahmen von Führungen - ein gutes Bild von einer der wichtigsten hochmittelalterlichen Burgen im Raum Westfalen machen.


Jetzt sind die Arbeiten wohl abgeschlossen. Die sanierte Ruine zeigt deutlich viele Details der imposanten Anlage.

G0010471 FalkenburgVon Nevermind71 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36459216

 

 




Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.