lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Zwerggalerien

Diese Zierelemente der Romanik kamen auf im 11. Jh., zunächst am Dom zu Trier, wohl die ersten überhaupt. Es handelt sich um durch Arkaden geschmückte Gänge, die in der Regel auch begehbar sind.

 

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                        Zwerggalerien am Dom zu Speyer

 

Bekannter wurden sie, als um 1100 das gesamte Langhaus de Speyerer Domes mit ihnen geschmückt wurde. Die Zwerggalerie verläuft direkt unter der Traufe. Säulchen mit Basis und Kapitellen tragen Rundbögen. Zwischen ihnen und der Dachrinne finden sich Schmuckfriese.

 

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                      Zwerggalerien an Groß-St.Martin, Köln

Im Oberrheinischen, sind die Laufgänge durch viele kleine Quertonnen abgeschlossen, während in der niederrheinischen Variante in Köln eine Längstonne die Regel ist, von der gelegentlich abgewichen wird.




Evangelistensymbole

Schon in der Antike entstanden die geflügelten Symbole, die der Darstellung der vier Evangelisten in allen Gattungen der bildenden Kunst dienen.

 

So wird Matthäus von einem Menschen versinnbildlicht

Ein Adler symbolisiert Johannes

Ein Löwe steht für Markus

Ein Stier stellt Lukas dar

 

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Merowingischer Sarkophag in den Krypten von Jouarre, um 700

 

Interessant ist ein Vergleich zwischen der Darstellung auf dem Sarkophag in Jouarre und der Arbeit im Tympanon von Chartres.

 

Die ältere Skulptur strahlt, situationsbedingt, Ruhe aus bis hin zum offensichtlich schlafenden Matthäus-Symbol.

 

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Kathedrale von Chartres, Königsportal, mittleres Tympanon, Mitte 12, Jh.

 

Das mehr als 400 Jahre jüngere Werk in Chartres hingegen ist, jedenfalls bei Löwe und Stier, voller aufregender Dynamik.

Die Bildhauer des Mittelalters stellten Jesus, oft in der Mandorla, in die Mitte der Evangelisten-Symbole, die, von Matthäus ausgehend im Uhrzeigersinn angeordnet sind.

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San Marco, Venedig - Westfassade, Porta Sant'Alipio

Selten stehen sie nebeneinander aufgereiht wie in Venedig.




Weihnachtsgrüße

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 „Anbetung“ – Bernwardtür am Hildesheimer Dom (um 1015)

 

Liebe Besucher,

ich bedanke mich für Ihr Interesse an diesen Seiten und wünsche ein frohes Fest und für das kommende Jahr viel Glück.

Ihr Werner Nolte




Die Flucht nach Ägypten

ist eine der vielen Erzählungen der Bibel, die mittelalterliche Meister zu ihren Werken anregten.
 
Diese Flucht vor Not und Gefahr hat heute Parallelen, wenn auch Europa an die Stelle von Ägypten getreten ist. Esel als Transportmittel dürften allerdings weniger genutzt werden.

 

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Schilderungen finden sich in allen möglichen Kunstarten, am häufigsten wohl in Steinmetzarbeiten, so an diesem schönen Kapitell, das ich auf dem Weg nach Santiago de Compostella entdeckte.

 

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Und dies ist eines der Werke des berühmten Gislebertus, ausgestellt in der Kathedrale von Autun in Burgund.

 

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Auch Holzschnitzer nahmen sich des Themas an, wie hier in rührender Schlichtheit an der Tür aus dem 11. Jh. in der Kölner Kirche Maria im Kapitol.

Tür aus dem 11. Jh. in der Kölner Kirche Maria im Kapitol.

 




Mörtellose Gotenbauten

In der Antike und in primitiveren Kulturen wurde oft ohne Mörtel gebaut. Prominentes Beispiel sind die ägyptischen Pyramiden.

 Die Inka wuchteten tonnenschwere Steinblöcke ohne Mörtel aufeinander.
Noch im 17. Jh. wurden die Trulli in Apulien in dieser Technik errichtet.

Das Grabmal des Ostgotenkönigs Theoderich in Ravenna (um 520) ist mörtellos gebaut, aber auch – und das ist auffällig – die meisten der kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien, fast alle aus dem 7. Jh.

 

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https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/spaetantik/grabmal-theoderichs-des-grossen

 

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Ost- und Westgoten bedienten sich der gleichen Technik, obwohl sich die Brüdervölker am Ende des 3. Jh. getrennt hatten.

 https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/vorkarolingisch/santa-maria-quintanilla-de-las-vinas-burgos

Die Frage ist, ob es zwischen den Ostgoten in Italien und den Westgoten auf der iberischen Halbinsel noch enge Verbindungen gab. Immerhin war Theoderich der Große für einige Jahre König auch der Westgoten. Seine Tochter heiratete einen westgotischen Adligen.

Könnte also ein Beispiel mörtellosen Bauens aus dem 6. Jh. (Grabmal Theoderich) Vorbild für die kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien sein, die mehr als 100 Jahre später errichtet wurden?

Man kann es nicht ausschließen.




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