lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Bernhard II. zur Lippe

Er war eine der schillerndsten Figuren im Westfalen der Stauferzeit. Die Familie saß auf einer kleinen Burg am Fluss Lippe und hatte Streubesitz südlich und nördlich des (Teutoburger) Waldes. Nach dem Tod des Vaters übernahm Bernhard - jung - Besitz und Titel.

Treu verbunden blieb er während der nächsten Jahrzehnte Heinrich dem Löwen, für den er gegen den Erzbischof von Magdeburg, aber auch im Westen gegen Verbündete des Erzbischofs von Köln kämpfte. Vergeblich suchte er Soest zu erobern, wurde nun selbst zum Opfer.

 

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Denkmal in Lippstadt

 

Auch als „Privatmann“ war er fehdefreudig, um das zurückhaltend auszudrücken. Später bekannte er seine Verfehlungen als er „lahm“ als Mönch in das von ihm mitgegründete Zisterzienser-Kloster Marienfeld zog, nicht ohne sich von seiner Frau und 12 Kindern offiziell zu trennen.

 

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Große Marienkirche Lippstadt, Beendet 1250 -

Domikalgewölbe

 

Nach 10 Jahren verließ der das Kloster und machte sich auf nach Livland, um die „Heiden“ zu bekämpfen, wurde Abt des Klosters Dünamünde beim heutigen Riga. Einer seiner Söhne weihte ihn wenig später zum Bischof von Semgallen.

Neben den Fehden war er auch Städtegründer (Lemgo und Lippstadt), Erbauer von Kirchen, Klöstern und Burgen. Historiker schließen nicht aus, dass er als vermutlicher Begleiter Heinrich des Löwen ins Exil die angevinische Gotik im heutigen Frankreich kennenlernte und eine Bauhütte nach Westfalen holte.

Als er im damals biblischen Alter von über 80 Jahren starb, konnte er nicht ahnen, dass „sein Lippe“ als Grafschaft, Fürstentum und demokratischer Freistaat bis 1947 überleben würde.




Wort gehalten - Weltkulturerbe Batalha

Die Geschichte Portugals von einer kleinen spanischen Grafschaft bis zur endgültigen Unabhängigkeit von Spanien ist lang und verworren.

Keimzelle war die Grafschaft Portucale, die mehrfach gewisse Freiheiten erlangte und wieder verlor. Endlich, Mitte des 12. Jh., glaubten die Portugiesen, es geschafft zu haben. Das Land wurde unabhängig.

Aber Spanien gab nicht auf. 1365 rückte ein überlegenes Heer in Portugal ein.

 

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In seiner Not versicherte sich der regierende König Johann I. himmlischer Hilfe gegen ein Versprechen, im Falle seines Sieges ein mächtiges Kloster zu bauen.

Portugal siegte. Und im Gegensatz zu manchen anderen Fällen in der Geschichte stand Johann zu seinem Wort und bescherte so der Welt mit Batalha ein großartiges Kulturerbe.




Wasserspeier

Irgendwann las ich die Beschreibung einer mittelalterlichen Kathedrale bei Starkregen. Der Autor verglich das Bild mit einem gigantischen Brunnen, dessen Fontänen eine Wand aus Wasser um den Bau legten.

Die alten Baumeister ließen es sich nicht nehmen, auch solche technischen Konstruktionsteile üppig zu schmücken und ihnen damit eine gewisse Bedeutung zu verleihen.

 

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                       Kathedrale von Laon, (F), Anfang 13. Jh.

Die Figuren tragen dämonische Züge und sollen die Dome vor Bösem schützen. Die ab Beginn des 13. Jh. gefertigten Gestalten sind wohl die ältesten. Als Beispiel diene Laon.

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Würzburg, Marienkapelle, um 1400

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte tritt das Dämonische zurück. Die Figuren neigen nun zu spielerischem Unernst.




Kirchenportale

Oft habe ich vor diesen Portalen gestanden und überlegt, ob es ein System gibt in der Entwicklung dieses Bauelements - über mehr als 6 Jahrhunderte - von einer einfachen Maueröffnung bis hin zu den prächtigen Kathedralportalen der Gotik.

 

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 Ich habe mich – spät - eingehender mit dem Thema beschäftigt.

 

 

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Wenn es Sie auch interessiert, gucken Sie doch mal hier.




Zwerggalerien

Diese Zierelemente der Romanik kamen auf im 11. Jh., zunächst am Dom zu Trier, wohl die ersten überhaupt. Es handelt sich um durch Arkaden geschmückte Gänge, die in der Regel auch begehbar sind.

 

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                        Zwerggalerien am Dom zu Speyer

 

Bekannter wurden sie, als um 1100 das gesamte Langhaus de Speyerer Domes mit ihnen geschmückt wurde. Die Zwerggalerie verläuft direkt unter der Traufe. Säulchen mit Basis und Kapitellen tragen Rundbögen. Zwischen ihnen und der Dachrinne finden sich Schmuckfriese.

 

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                      Zwerggalerien an Groß-St.Martin, Köln

Im Oberrheinischen, sind die Laufgänge durch viele kleine Quertonnen abgeschlossen, während in der niederrheinischen Variante in Köln eine Längstonne die Regel ist, von der gelegentlich abgewichen wird.




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