lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Die Falkenburg II

Ich veröffentlichte vor sieben Jahren hier einen Bericht über die Restaurierung dieser Burgruine im Teutoburgerwald bei Detmold.

Jetzt sind die Arbeiten wohl abgeschlossen. Die sanierte Ruine zeigt deutlich viele Details der imposanten Anlage.

Das Foto erinnert mich an Ausflüge in den Teutoburgerwald und daran, wie ich als Kind über die Steine inmitten der Buchen gestolpert bin.

Dies ist eine großartige Leistung aller Beteiligten, die mich als Lipper ungemein erfreut und zu der ich herzlich gratuliere.

Detmold 2016 04 16 Falkenburg 047

Von Tsungam - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48233087

Etwa 500 Jahre träumten ihre Ruinen am Nordrand des Teutoburger Waldes, in der Nähe von Berlebeck. Viel war nicht übrig geblieben von einer der mächtigsten Höhenburgen Westfalens. Der Wald drohte Restmauern und Bauten völlig  zu überwachsen.

Erbaut um 1194 von Bernhard II. und seinem Sohn Hermann II. zur Lippe erhob sich die Burg zwischen den Besitzungen des Bistums Paderborn im Süden und lippischem Besitz im Norden.

Mit Ringmauer, 4 Toren, Zwinger und Zugbrücken gesichert, konnte sie nie eingenommen werden. Ein Brand während eines Festgelages des Edelherrn Bernhard VII. „Bellicosus“ aus Anlaß eines erfolgreichen Raubzuges ins Münsterland zerstörte sie Mitte des 15. Jh. weitgehend.

Einige Jahrzehnte war sie noch bewohnt, dann wurde sie ganz aufgegeben.

Erst 2004 begann eine Gruppe geschichtsbewußter und tatkräftiger Lipper mit Ausgrabungen und teilweisem Wiederaufbau. Auch der Laie kann sich heute - nur im Rahmen von Führungen - ein gutes Bild von einer der wichtigsten hochmittelalterlichen Burgen im Raum Westfalen machen.


Jetzt sind die Arbeiten wohl abgeschlossen. Die sanierte Ruine zeigt deutlich viele Details der imposanten Anlage.

G0010471 FalkenburgVon Nevermind71 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36459216

 

 




Senner Pferde - Erbe des Mittelalters

In diesen Seiten wird in der Regel über tote Materie gesprochen. Da ist es wohltuend, daran zu erinnern, dass es auch ein sehr lebendiges Erbe gibt, zum Beispiel alte Pferderassen.

Ich spreche von den Senner Pferden, der ältesten Reitpferderasse Deutschlands.

Schon 1160 wurden sie in einem Dokument des Klosters Hardehausen erwähnt. Die frei lebenden Herden zogen das ganze Jahr durch die Heidelandschaft der Senne und den Teutoburger Wald.

 

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Am Ende des 15. Jahrhunderts zählten die Wildhüter des Landesherren Bernhard VII. zur Lippe 64 „wilde Pferde“. Im nächsten Jahrhundert ließ ein lippischer Graf ein Gestütsgebäude errichten.

Die Natur traf unter den Pferden eine natürliche aber harte Auslese. Nur die Besten überlebten. Das machte die Senner so wertvoll, zumal später arabisches und englisches Vollblut eingekreuzt wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Rasse fast ausgestorben. Enthusiastische Pferdefreunde retteten sie. Heute gibt es an die 40 Senner, gezüchtet u. a. im Freilichtmuseum bei Detmold.

 

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In Erinnerung an alte Zeiten weidet heute im Sommer eine kleine Herde in Wald und Heide eines Naturschutzgebietes nahe der Emsquellen und ernährt sich von dem was die Natur bietet.




Der hölzerne Ritter

In der Kathedrale von Gloucester stößt der Besucher auf ein merkwürdiges Grabmal.

Die Figur ist sehr lebendig dargestellt. Insbesondere die gekreuzten Beine sind ungewöhnlich. Die ursprüngliche Annahme der Forscher, diese Haltung weise auf Teilnahme an einem Kreuzzug hin oder gar auf den Templerorden wurde fallen gelassen.

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Foto: Wikipedia

 

Die Plastik aus Mooreiche zeigt Robert II. Curthose, den ältesten Sohn Wilhelm des Eroberers. Er war Herzog der Normandie, verpfändete das Herzogtum, um 1096 am Ersten Kreuzzug teilnehmen zu können, lag in ständigem Streit mit Vater und Brüdern.

Bei dem Versuch, den englischen Thron von seinem jüngeren Bruder Heinrich zurück zu erobern, verlor er 1106 die letzte Schlacht und wurde bis seinem Tode im Jahre 1134 eingekerkert.




Kapitell adieu

         
Über 20 Jahre lang haben sie mich bei meiner Beschäftigung mit mittelalterlicher Architektur begleitet. Wo immer eine Säule, ein Pfeiler – sie enden in einem Kapitell.

 

Ob antike Kapitelle, wie in Jouarre, ob alte mittelalterliche Pilzkapitelle, ob gewagte oder poetische Figurenkapitelle der Romanik – ich habe mich mit ihnen beschäftigt, und sie haben mich fasziniert.

 

Bei der Fülle der Typen und Formen vergaß ich manchmal ihre Funktion: Sie organisieren und schmücken den Übergang zwischen Stütze und Gebälk bzw. Gewölbe.

 

 

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Hauptkirche Rothenburg ob der Tauber, Spätgotik, 15. Jh.

 

Bei intensiverer Beschäftigung mit der Spätgotik muss ich nun feststellen (warum so spät?) - das Kapitell verschwindet. Wie Äste eines Baumes gebiert die Säule übergangslos ein Bündel von gewölbetragenden Diensten.

 

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Trotz einer gewissen Wehmut trösten zwei Dinge: Das Problem ist meist ästhetisch gelöst, und in den kommenden Kunstperioden wird das Kapitell wieder zu Ehren kommen.




Vom Lustschloss zum Gotteshaus

Von der Welt wenig beachtet träumt in den Bergen Nordspaniens  eine Architektur, die ebenso alt ist wie die karolingische. Sie wurde von einer Dynastie geschaffen, die früher gegründet wurde und länger Bestand hatte als das Reich Karls des Großen.

Vor diesem Hintergrund entstand ab der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts die präromanische Baukunst Asturiens.

 

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Hauptwerk ist das Weltkulturerbe Santa Maria del Naranco am gleichnamigen Berg. Der Bau wurde unter König Ramiro I. (842-50) als Sommerpalast oberhalb der Hauptstadt Oviedo geschaffen.

Halle und Untergeschoss sind einschiffig und mit Gurttonnen gewölbt.

Heutige Besucher sehen das Hauptgebäude eines Palastes, den wenige Jahrhunderte nach der Erschaffung ein Erdrutsch schwer schädigte, und der dann zur Kirche geweiht wurde. An diese Zeit erinnert nichts mehr.

 

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Das Detailfoto vermittelt noch heute die Botschaft „Sommerpalast“.

In der 1. Hälfte des 20. Jh. besannen sich die Verantwortlichen auf den Wert des Gebäudes für die asturische Prä-Romanik. Kirchliche Nebengebäude wurden entfernt, typische Architekturdetails herausgearbeitet.

 
So ist der Bau heute das herausragende Beispiel asturischer Prä-Romanik.

 

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