lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte

Wie das Leben zu mir sprach

 
Kindheit
 
 
„Wenn Hitler den Krieg gewinnt, schickt man uns alle nach Sibirien."
     Oma
 
„Steuht de Steert, steuht de Verstand.“
     Oma bei der Nachricht, dass ein Mädchen schwanger ist und Ehe droht.
 
 
„Et gifft keun grauter Leid os dat wat sik de Minske sümst andeit.“
     Oma: „Selbst schuld.“
 
 
"Je öller, je döller."
     Lippische Spruchweisheit
 
 
„Das ungeschickte Fleisch muss weg.“
     Oma bei kleineren Verletzungen
 
 
„Ra- und Frisiersalon“
     Ladenschild im Sauerland
 
 
Jugend/Ausbildung
 
 
„Wo ist das Problem? Dann lässt er den Jungen in Ruhe.“
     Meine Mutter zum Hinweis einer Freundin, dass der künftige Ausbilder einen schlechten Ruf als Casanova habe
 
 
„Das schnellere Fahrzeug hat immer Vorfahrt.“
     Amtsgericht - Mein Chef (Porsche-Fahrer) auf die Frage des Richters nach den Vorfahrtsregeln.
 
„Es gibt nichts Eiliges, was nicht durch längere sachgerechte Lagerung noch eiliger wird und sich am Schluss von selbst erledigt.“
     Ausbilder
 
 
„…um die Breite eines blonden Frauenhaares“ (Toleranz verfehlt)
    Werkzeugmachermeister zum Lehrling
 
Erwachsen/Beruf
 
„Keine Sorge. Fünf Zentimeter machen wir mit dem Putz und einen mit der Farbe.“
     Bauunternehmer zum Zweifel des Bauherren ob des korrekten Fluchtens einer Wand
 
 
„Bedenken Sie bitte: Ich komme aus der freien Wirtschaft.“
     Seiteneinsteiger in einem Großkonzern in Diskussion mit Vorgesetztem
 
 
„Für diesen Stuhl ist mir mein Hintern zu schade.“
     Neuer Kollege zum Chef
 
„Technik ist Glückssache.“
     Mein Chef zu einem Besucher, der sich dann indigniert als Diplom-Ingenieur outete
 
„Tubize or not Tubize, that’s the question.“
     Kollege, Verballhornung Hamlet-Zitat: Wettbewerber, der gelegentlich unterbot, hatte seinen Sitz in Tubize.
 
 
„Softlee, softlee catchee monkee.“
     Firmenseminar - Lehrer zum überhasteten Versuch eines Schülers
 
 
„The sun is shining, the birds are singing, and it’s good to be alive“.
     Englische Sprachschule - Lehrer zu missgestimmten Schülern
 
 
„He’s too eager to sell“.
     Britischer Marketing Manager auf die Frage nach den Fähigkeiten eines jungen Verkäufers (Prä-Thatcher-Zeit)
 
 
„And nothing to eat?“
     London - Ober im Frühstücksraum als ich nach durchzechter Nacht nur Toast, Butter und Jam bestellte.
 
 
"Oh, somebody must be taking a shower upstairs."
     London, Kensington Palace Hotel, Frühstücksraum. Restaurant-Chef beim Anblick eines Rinnsals, das aus der hohen Decke direkt auf einen gedeckten Tisch platschte.
 
 
„Think of the poor Indian children“.
     Indischer Einkäufer nach halbstündigem Feilschen und meiner Verweigerung weiterer Zugeständnisse.
 
 
„Hot and wet“
     Englischer Kollege zur Qualität meines selbst gebrauten Tees.
 
 
„L’art est inséparable de la vie.“
(Die Kunst ist vom Leben nicht zu trennen.)
     M. Küss, Kunstlehrer in Paris
 
 
„…pas de Nord-Africains, pas de noirs, pas de putains“.
(…keine Nordafrikaner, keine Schwarzen, keine Nutten)
     Anweisung meiner Hotel-Chefin an mich als Nachtportier (1962, OAS-Terror)
 
 
„Sois belle et tais-toi“
(Sei schön und schweige)
Aufforderung französischer Machos an ihre Frauen
 
„Chacun est le fils d’un père“
(Jeder ist der Sohn eines Vaters)
Burgund, Kundenbesuch. Besitzer der Firma G. Père et Fils zur unter den Umständen unpassenden Frage, ob er der Vater oder der Sohn sei.
 
„L’Ancien Régime était quand-même une belle chose »
(Das « Ancien Régime » [Absolutismus] war doch eine gute Sache)
Kollege (alter Adel) zu seinem kommunistischen Mitarbeiter
 
Hür ens Mattes, de Ieserühre dohinge”
        Für mich erste Bekanntschaft mit rheinischer Mundart
       
 
„Isch han keen Zick, dat flockt.“
Fabrikhof – Gestresster Auszubildender am ersten Arbeitstag zu einem störenden Kollegen.
(Aprilscherz - im blau gefärbten Wasser, das er transportiert, konnte nichts „flocken“.)
 
„Hätte ich Kinder, würde ich sie auf’s Kamener Kreuz zum Spielen schicken.“
Kollege (wohl nicht ernst gemeint)
 
„Die Haare wachsen auch während der Arbeitszeit.“
Neuer Kollege auf die Frage, warum man hier während der Arbeitszeit zum Friseur gehen könne (lang ist’s her)
 
„Bei schönen Frauen und edlen Pferden ist das Langhaar der schönste Schmuck.“
Antwort auf die Bitte einer Kollegin um Beurteilung ihrer neuen Frisur (brandrot gefärbte Stoppelhaare)
 
 
„Libelle, was bist du nur für ein Mensch!“
Schlimmer Vorwurf von Hufschmied „Krusen Hein“ an unruhiges Pferd
 
 
„Gute Frau, zwei Dinge müssen stehen ohne Einwirkung: Der Penis eines Mannes und ein Pferd beim Beschlagen.
    „Krusen Hein“
 
 
    „Würden Sie doch nur so viel von Autos verstehen wie von Pferden!“
            Genervter Kfz-Meister in meine Richtung
           
 
    „Ich will kein Hausfrauen-Tai Chi“
            Sifu Tomás Fernandez
 
„Sie haben aber eine jugendliche Aorta.“
        Jungärztin bei Ultraschall-Untersuchung meines rund 40-jährigen Bauches
 
 
„Morgens erste Pippi!“
        Therapievorschlag einer chinesischen Ärztin zum Haarausfall
 
 
„Wie in jedem Beruf gibt es auch in unserem Spitzenkönner, Mittelmaß und Kollegen von denen ich mir nicht einmal aqua destillata verschreiben lassen würde.“
            Medizin-Professor in einem Vortrag
 
 
„Romanik, wie es sich gehört.“
        Professor Wolff, zweiter Dombaumeister in Köln
 
 
„Wenn ich nach Beauvais fahre, frage ich mich, ob, wenn ich dort bin, wie lange der Chor noch steht.“
Professor Wolff, zum höchsten gotischen Gewölbe der Welt
 
 
Ruhestand
 
„Dann müssen Sie aber schlechte Lehrer gehabt haben.“
     Spanier nach meinem Geständnis, dass ich kaum seine Sprache spreche, obwohl ich 40 Jahre lang Unterricht hatte.
 
 
„Boah, 1700 Seiten für DM 2,50“
       Konstantin nach Bucheinkauf mit größerem Gutschein
 
„Warum habt Ihr eigentlich keine Kinder?“
       Konstantin nach unaufgefordertem präzisen Vortrag über Zeugung und Geburt
„Ja, hättest du uns das früher erklärt!“   
   Unsere Antwort
 
 
„Du verdienst das Geld und wir geben es aus.“
     Konstantin zu mir nach seiner Rückkehr mit Hausfrau und umfangreichen Einkäufen
 
 
„Das macht die Kraft, die in dem Hebel sitzt.“
    Konstantin nach dem Aushebeln einer Baumwurzel
 
 
„Die Tante Inge ist keine Gebärmutter.“
    Udo bringt seiner Mutter Erkenntnisse aus dem Sexualkunde-Unterricht nahe
 
 
„Es reicht, wenn du einmal pro Woche gehst“.
Sebastian: Nach den Versprechen seines kleineren Bruders in meine Richtung „Wenn du mal tot bist, besuche ich dich jeden Tag auf dem Friedhof.“