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Der Kopf ist das Wichtigste,

05.02.2014 16:35:39

 

sagte sich der mittelalterliche Künstler in Stralsund, der die achteckigen Mittelschiff-Pfeiler in der Nikolai-Kirche bemalte.

 

Als Krönung der Figur setzte er in der Kapitellzone eine plastische Männerkopfkonsole aus Terrakotta auf den gemalten Körper. Es gibt weitere Figuren dieser Art in der Kirche. Der Kapitellschmuck an sich ist neuzeitlich.

 

 

 

Trotz des protestantischen Bildersturms von 1525 besitzt die Ratskirche St. Nikolai eine großartige Ausstattung aus Mittelalter und Neuzeit.

 

Die Kirche, gleich neben dem prächtigen Rathaus, wurde 1270 erstmals erwähnt.


 


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Durchblicke

21.01.2014 14:37:44

 

Wer stand noch nicht fröstelnd in alten Gemäuern, schaute auf die gähnenden Fensteröffnungen und fragte sich, womit man sie bei schlechtem Wetter oder im Winter verschloß. Die bekannten Möglichkeiten (Holzläden, Tierhäute oder Pergament) ließen keine Vision von Behaglichkeit aufkommen.

 

Da sind Transennen solider und eleganter. Schon in der Spätantike verwendete man sie, aber auch im frühen Mittelalter.

 

Ich nahm die ornamentalen Öffnungen, aus flachen Steinplatten herausgeschnitten und mit dünnen Alabasterscheiben hinterlegt, erstmals bewußt in asturischen Kirchen wahr.

Auch aus Stuck wurden Transennen gefertigt.

 

San Salvador de Priesca - Weihe 921

 

 

Besonders an Sonnentagen ergeben sich vom Innenraum aus schöne Effekte. Sogar die Ornamentmuster der Steinplatte sind zu erahnen.

 

 Santa Christina de Lena - um 850

 

 

Bei diesem Bild fragt sich der Betrachter, ob um 1200 die „Erfinder“ des Plattenmaßwerks sich an Transennen orientiert haben. Auch sie schnitten Lochornamente in Platten und schufen damit die Vorläufer des eleganten gotischen Maßwerks.


 

 


 

 


 


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Eine runde Sache

02.01.2014 16:40:05
 

 

 Im Jahre 2013 hat die Besucherzahl dieser Seite erstmals die

 

100.000

 

überschritten.

 

Allen Besuchern Dank für ihr Interesse und die besten Wünsche für ein

 

Gutes und erfolgreiches Neues Jahr



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Logistik am Bau

06.12.2013 07:49:54

 

 

Im Angesicht mittelalterlicher Bauten fragen wir uns oft: Wie bewegten Bauleute vor Hunderten von Jahren schwere Quader, Mörtel, Balken, Bleiplatten? Wie schafften sie das Material in luftige Höhen?

 

Es gab primitive Geräte für eine Person, wie Mulde und Vogel, mit denen Handlanger Mörtel schleppten. Schwerere Lasten bewegten zwei Mann auf Tragen mit zwei parallelen Holmen mit Querbrettern.

 

Das Rad war natürlich bekannt. Schubkarren nutzte man ab dem 12. Jh., außerdem zwei- oder vierrädrige Wagen, meist gezogen von Maultieren oder Ochsen. Denen hat man in Laon in den Türmen der Kathedrale ein Denkmal gesetzt. (www.wernernolte.de/index.php/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/gotik/notre-dame-laon)

 

 

                                                 
                                      Nachbau eines Tretrades - vor St. Marien, Wismar

 

Für den Lastenaufzug gab es die feste Rolle und verschiedene Kräne, z. B. den Galgenkran. Über Seil und Rolle wurden die Lasten angehoben, entweder durch Haspeln oder Treträder in denen Menschen (Windenknechte) oder Tiere liefen.

 

Alle diese Geräte wurden aus Holz gefertigt.

 

Aus Eisen war die Steinzange hergestellt, eine sinnvolle Vorrichtung für das Heben von Quadern. Zwei S-förmige Arme schlossen sich, sobald über das Seil Zug ausgeübt wurde und klemmten den Stein ein. Noch heute sehen wir gelegentlich in den Mauern mittelalterlicher Bauten die kleinen Löcher in der Mitte der Quadern in die die Spitzen der Zangenarme eingriffen, um das Verrutschen zu verhindern.

 

Trotz aller Transportmittel – der Mensch trug die Hauptlast, am Boden und auf den wackligen Gerüsten. Arbeit am Bau war hart, damals wie heute.


 


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Das Ende der Bescheidenheit

06.11.2013 16:14:24


 

Wir gehen in der Regel bedauernd davon aus, daß die großen Künstler des Mittelalters anonym blieben. Kunsthistoriker sind oft gezwungen, den Schöpfern von Bildern, Skulpturen, Domen Notnamen zu geben, z.B. „Meister von Cabestany“, „Naumburger Meister“, um nur zwei von Hunderten zu nennen.

 

Neuere Forschungen zeigen Lücken in der Anonymität mittelalterlicher Meister auf. Insbesondere in Malerei und Buchmalerei gibt es versteckte Hinweise.

 

Anonym blieben wohl auch die Bildhauer bis ins hohe Mittelalter. Berühmt ist die Inschrift im West-Tympanon der Kathedrale St. Lazare von Autun, in der uns ein Gislebertus mit „Gislebertus hoc fecit“ entgegen tritt (12. Jh.). Es ist unklar, ob es der Stifter oder Bildhauer war, der hier seine Anonymität preisgab.

 

 

 

 

Im Spätmittelalter wurde die Zurückhaltung aufgegeben. In vielen Kirchen haben sich die Meister verewigt, oft mit Selbstbildnissen. Eines der schönsten ist in der Lorenzkirche in Nürnberg zu sehen: Der ernst blickende Meister Adam Kraft zeigt sich mit seinem Werkzeug in Gesellschaft seiner Gesellen, ein von ihm geschaffenes Sakramentshäuschen tragend. (15. Jh.)





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