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Feldsteinbauten - Aus der Not eine Tugend gemacht

27.10.2014 11:06:11

An der Autobahn E 30, südwestlich von Brandenburg a.d.Havel, liegt das alte Städtchen Ziesar (948 erstmals erwähnt.)

 

Für Freunde mittelalterlicher Architektur lohnt ein Abstecher. Hier haben sich Reste einer Burg und eine Kirche aus Feldsteinen erhalten, die, Überbleibsel aus der Eiszeit, in Massen Felder und Wiesen bedeckten.

 

Feldsteine als Baumaterial sind in den nördlichen neuen Bundesländern recht häufig, vor allem bei Dorfkirchen und Befestigungen. Meist sind sie aber mit anderen Materialien kombiniert, häufig mit Backsteinen. Mehr...

 

Große Bauten, ausschließlich aus Feldsteinen errichtet, sind selten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Klosterkirche der Zisterzienserinnen                                                                        Bergfried der Burg

Die spätromanische Klosterkirche St. Crucis wurde im 13. Jh. vollständig aus Feldsteinen gebaut. Die spätere Backsteinapsis ist gotisch.

 

Auf dem Gelände der Burg ist ein 35 m hoher Bergfried aus der Zeit um 1200 erhalten. Der ursprüngliche Eingang befand sich in etwa 10 m Höhe. Die sogenannte Bischofsmütze wurde im 16. Jh. aufgesetzt und als Wachstube genutzt.

 

 

Wem nun der Sinn mehr nach Farbigkeit steht, verwöhnt seine Augen beim Besuch der spätgotischen Burgkapelle mit reichem Bauschmuck. Bei diesem Backsteinbau wurden Feldsteine im Fundament eingesetzt.

 



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Zisterzienser - Verbotener Bauschmuck

19.09.2014 10:12:07

Die Zisterzienser, Reformorden der Benediktiner, wollten sich durch asketisches Leben und Rückkehr zu den Idealen des hl. Benedikt bewußt von Pracht und Prunk der Mönche von Cluny - auch sie Benediktiner - absetzen. Beide Forderung Benedikts, „Ora et labora“, sollten wieder befolgt werden, nicht nur das Beten.

 

Architektur und Ausstattung der Kirchen sollten Demut und Bescheidenheit demonstrieren. Unter Bernhard von Clairvaux wurden strenge Vorschriften erlassen: KeineTürme, nur bescheidene Dachreiter, keine Triforien (Laufgänge), keine Farbe im Inneren, d.h. auch keine farbigen Fenster, keine Statuen, außer einer Marienstatue, keine aufwendig skulptierten Kapitelle.

 
 
Gemaltes Triforium in der Klosterkirche Doberan
 

 

Das war zu ersetzen durch handwerklich hochwertige Architektur, die sich vor allem in sorgfältiger Steinbearbeitung zeigte.

 

Anfangs wurden die Regel streng befolgt und überwacht. Aber das Schmuckbedürfnis war stärker. Es gab immer mehr Abweichungen. Echte Triforien wurden vermieden, aber man malte sie an die Wand wie in Doberan.

 

Bebens

 

 

Überdimensionierter „Dachreiter“ der Klosterkirche in Bebenhausen, 1407-1409.

 

 

Dachreiter fielen nicht bescheiden, sondern protzig aus, wie in Bebenhausen.

 

Anfang des 15. Jh., nach 300 Jahren, waren die strengen Vorschriften in Vergesssenheit geraten.

 



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Knotensäulen

23.08.2014 16:32:15

 

Sie sind selten, nur in Italien etwas häufiger anzutreffen.

 

Meist werden sie so dargestellt als seien 2 Säulen durch Knoten miteinander verbunden.

 

Es gibt viel Mystik um diese Skulpturen aus der Romanik.  Knoten stehen als Symbol für Festhalten/Verbinden. Die Knotensäulen aber werden mit „Abwehrzauber“ und Freimaurern in Verbindung gebracht.

 
 

In der schönen Pfarrkirche San Pietro in Gropina, ebenfalls Südtoscana, steht die Knotensäule genau am Scheitelpunkt der Chor-Zwergalerie. Im Inneren schmückt eine Weitere den Altar.

 

 

Oft findet man sie an Eingängen von Gebäuden, wie hier am Portal von San Quirico in Orcia (Südtoscana)

 

In Deutschland stehen sie im Würzburger Dom..

 

Was aber würden die Alten Griechen zu den Künsten ihrer mittelalterlichen Kollegen sagen?

 

 

 



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Einsäulenräume

18.07.2014 08:59:26

 

 

sind nicht häufig, aber oft imponierend.

 

An den Beispielen wird deutlich, welche Entwicklung mittelalterliche Architektur in rund 400 Jahren genommen hat.

 

 

Hier eine Krippenkrypta in den Pyrenäen aus dem 11. Jh., im Kloster Saint-Michel-de-Cuxa. Die gewaltige Ringtonne mit 9 m Durchmesser stützte eine nicht erhaltene Dreifaltigkeitskapelle. Die Säule soll einen Durchmesser von 1,8 m haben. Das ist erdverhaftet und mystisch und sehr beeindruckend.

 

 

 

Dort - wie anders - das Kapitelhaus (chapter house) in der Kathedrale von Wells, dem ersten Bau reiner englischer Gotik. Obwohl der Bau der Kathedrale schon im 12. Jh. begann, baute man das Kapitelhaus mehr als 100 Jahre später.

 

Nichts deutet auf Erdenschwere. Alles strebt himmelwärts. 32 Rippen steigen von der einen schlanken Säule auf in alle Richtungen und entfalten sich zum eleganten  Fächergewölbe.

 

 



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Gratulation

26.06.2014 08:27:09

 

 

„Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ ist 39.Weltkulturerbe Deutschlands und erstes in Westfalen.

 

Damit steht das Kloster im gleichen Rang wie die Dome zu Köln und Aachen.

 

 

Über das Westwerk habe ich vor einigen Jahren geschrieben.

 

 



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