lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Einhards Steine

Vor etwa 13 Jahren veröffentlichte ich auf diesen Seiten einen Artikel über die karolingische Einhardsbasilika in Steinbach. (architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/karolingisch)

Beim Besuch hatte ich mir das Format der Backsteine angeschaut. Und ich hatte im Kopf die Aussage von Professor Arnold Wolff, dem 2. Kölner Dombaumeister, dass die Römer bei ihrem Abzug neben vielem anderen auch die Kunst des Backsteinbrennens mitgenommen hatten. Erst der berühmte Bischof Bernward von Hildesheim (950/60-1022) habe wieder Backsteine bzw. Dachziegel produzieren lassen. Das wurde inzwischen archäologisch bestätigt. Deshalb sprach ich von der Wiederverwendung römischer Steine.

 

Einhard 1.modAP2

 

 

2010 wies mich ein freundlicher Leser darauf hin, dass meine Aussage zum Baumaterial so nicht richtig sei. Das hessische Landesamt für Denkmalpflege habe Ziegel von schlechter Qualität gefunden, offensichtlich aus lokaler Produktion. Inzwischen hatte ich von einem Brief Einhards an einen gewissen Egmunelus erfahren, der mit der Ziegelproduktion für die Basilika betraut wurde.

Ich korrigierte also meine Aussage.

Vor einiger Zeit las ich bei Mathias Untermann Genaueres: Egmunelus erhielt eine Bestellung von 260 Steinen in zwei Größen. Insgesamt wurden aber ca. 7000 Steine verbaut.

Ich korrigierte den Artikel ein zweites Mal.

Beenden wir das Thema mit der Frage meiner Frau: „Habt Ihr nichts Wichtigeres zu tun?“

 

 

 

Untermann, Matthias, Handbuch der mittelalterlichen Architektur, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2009

 

 

 

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